Übergewicht eine Behinderung?

Starkes Übergewicht als Behinderung

Auf Vorlage eines dänischen Gerichts hatte sich der EuGH mit der Frage zu befassen, ob die Richtlinie 2000/78/EG dahin auszulegen ist, dass das starke Übergewicht (Adipositas) eines Arbeitnehmers eine Behinderung i.S.d. Richtlinie darstellt.

Auf Vorlage eines dänischen Gerichts hatte sich der EuGH mit der Frage zu befassen, ob die Richtlinie 2000/78/EG dahin auszulegen ist, dass das starke Übergewicht (Adipositas) eines Arbeitnehmers eine Behinderung i.S.d. Richtlinie darstellt.

Hierzu sollte man zunächst einmal ermitteln, was überhaupt als Übergewicht gilt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Erwachsene nach dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) ein. Danach gilt bereits als übergewichtig, wer mit dem BMI über 25 landet. Ein BMI über 30 gilt als stark übergewichtig.

Zum Vergleich: Ein 40-jähriger Mann mit einer Körpergröße von 1,80 m und einem Körpergewicht von 81 kg besitzt einen BMI von 25,0. Bereits mit 84 kg würde er als übergewichtig gelten.

Der EuGH hat nun entschieden, dass nicht jede Form des Übergewichts gleichzeitig auch eine Behinderung i.S.d. Richtlinien darstelle. Adipositas eines Arbeitnehmers sei erst dann als Behinderung i.S.d. Richtlinie zu würdigen, wenn sich eine Einschränkung mit sich bringe, die u.a. auf physische, geistige oder psychische Beeinträchtigungen von Dauer zurück zu führen sei, die dem Arbeitnehmer in Wechselwirkung mit verschiedenen Barrieren an der vollen und wirksamen Teilhabe am Berufsleben, gleichberechtigt mit den anderen Arbeitnehmern, hindern können.

Im Ergebnis ist Adipositas als solche damit keine Behinderung im Sinne der Richtlinie. Es müssen weitere Faktoren hinzutreten.

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